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Bolanden – Kloster Hane

Betritt man durch das Westtor das Gotteshaus des ehemaligen Klosters Hane umfängt einen die Atmosphäre eines kleinen, schmucken Kirchenraumes mit Bauelementen aus Romanik und Gotik. Doch das war nicht immer so.1129 stiftete laut Urkunde Werner l. von Bolanden, Stammvater des mächtigen Reichsministerialengeschlechtes, das große Reformkloster. Im Mittelpunkt der Anlage stand damals eine mächtige romanische Basilika nach duniazensischem Vorbild. Der Chor, ein weit ausladendes Querhaus mit nach Osten vorgezogenen Kapellen und ein dreischiffiges Langhaus bildeten ein lateinisches Kreuz. Die Gesamtlänge des imposanten Baues betrug 46 Meter, die Gesamtbreite des Langhauses 15 Meter und die des Querhauses 28 Meter.

Ein Blick in den nördlich gelegenen Park, dem früheren Friedhof und in den privaten Garten der Familie Driedger lässt durch Markierungen die ursprüngliche Größe erahnen. Nach 1487 erfolgte ein Umbau im spätgotischen Stil zu einer wesentlich kleineren, zweischiffigen Hallenkirche weitgehend über dem Langhaus unter Einbeziehung romanischer Bauteile. Die Jahreszahlen 1656 und 1660 an der Nordseite weisen auf Zerstörungen und Wiederherstellung in den Wirren der Zeit hin. Es entstand schließlich eine einschiffige Hallenkirche. Von Außen imponieren die Ansicht des Chores im Osten mit den gotischen Fenstern, die Strebepfeiler an der Südseite und das wundervolle romanische Nordportal. Nach endgültiger Profanierung der Kirche 1706 bis zum Beginn der nassau-weilburgischen Epoche - erfolgte unaufhaltbar der allmähliche Zerfall bis zur Baufälligkeit. Bolanden hatte das Glück, dass Kurt Obry, ein kunstsinniger Lehrer, das fast vernichtete Kleinod
mit Hilfe der Bevölkerung rettete. Das schöne Ensemble von Kirche und Park kann so heute als würdiger Ort für manche kulturelle Veranstaltung dienen.

Führungen: Bolander Heimtverein, Tel. 06352 / 6199

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